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Olympiabewerbung: Wie läuft die Auswahl des deutschen Kandidaten?

Am Samstag wird bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden über den deutschen Kandidaten für die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele abgestimmt.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Prozedere.

Was steht an?

Am Samstag, dem 26. September, entscheidet sich im Kurhaus Baden-Baden, welcher deutsche Bewerber ins internationale Rennen um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beim IOC gehen wird. Die außerordentliche Mitgliederversammlung (AOMV) des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beginnt um 9 Uhr. 

Bereits am Vortag finden diverse Sitzungen zur Vorbereitung statt. So tagt von 11 bis 14 Uhr das DOSB-Präsidium. Von 15 bis 16 Uhr finden die Vollversammlungen der olympischen und nicht-olympischen Fachverbände statt, von 16.30 bis 18 Uhr treffen sich die Spitzenverbände zur Konferenz. Und auch die Athletinnen und Athleten kommen zwischen 15 und 18 Uhr zu einer hybriden Vollversammlung zusammen.

Warum findet die AOMV in Baden-Baden statt?

Auf der 19. Mitgliederversammlung des DOSB am 3. Dezember 2022 in Baden-Baden wurde mit einem einstimmigen Beschluss der Grundstein für den mehrstufigen Strategieprozess zu einer möglichen Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele gelegt. Am kommenden Samstag kehrt der DOSB damit an den Ausgangspunkt dieses Prozesses zurück: In Baden-Baden entscheidet die außerordentliche Mitgliederversammlung über den nationalen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044.

Wie kann ich die Veranstaltung verfolgen?

Die AOMV gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil beginnt um 9 Uhr und enthält auch den Teil der Abstimmung. Die Tagesordnung ist hier einzusehen. Der erste Teil kann hier im Livestream des DOSB verfolgt werden.

Wo kann ich die Bekanntgabe des nationalen Bewerbers verfolgen?

Die Verkündung des nationalen Bewerbers um Olympische und Paralympische Spiele erfolgt im zweiten Teil der AOMV in einer Sportschau-Sondersendung live in der ARD. Die Sendung läuft von 13.45 bis 14.45 Uhr live in der ARD sowie in einigen dritten Programmen und im Live-Stream in der ARD-Mediathek. Die Sendung moderiert Esther Sedlaczek.

Welche Konzepte stehen zur Wahl?

Die stimmberechtigten Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB haben am kommenden Samstag die Wahl zwischen drei Konzepten für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044: Berlin+, KölnRheinRuhr und München.

Wer nimmt teil?

Zur AOMV wurden alle Mitglieder der DOSB-Mitgliederversammlung gemäß Satzung eingeladen. Dazu gehören u. a. die Vertreter*innen der 103 DOSB-Mitgliedsorganisationen. Die Anzahl der entsendbaren Delegierten richtet sich nach den jeweiligen Stimmrechten der Organisationen gemäß DOSB-Satzung. Unter den Gästen befinden sich auch einige prominente Persönlichkeiten aus Sport und Politik. So wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr des DOSB die Veranstaltung begleiten und ein Grußwort halten sowie an der Verkündung des nationalen Bewerbers teilnehmen. Aus dem Sport vertreten sein werden unter anderem Boris Becker, Michael Groß, Isabell Werth, Alexandra Burghardt, Matthias Steiner, Svenja Brunckhorst, Niko Kappel und viele mehr. 

Wer darf abstimmen?

Stimmberechtigt sind gemäß § 16 der DOSB-Satzung die 42 olympischen Spitzenverbände mit jeweils drei Stimmen. Hinzu kommen die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums, die beiden deutschen IOC-Mitglieder Kim Bui und Michael Mronz eingeschlossen, sowie acht persönliche Mitglieder, die zuvor Aktive des Team-D waren. Diese Mitglieder haben jeweils eine Stimme. Daraus ergibt sich nach §16 eine Gesamtstimmenzahl von 144 Stimmen. Mehr Informationen dazu gibt es hier. 

Wie viele Stimmen sind notwendig?

Um als nationaler Bewerber gewählt zu werden, ist eine absolute Mehrheit notwendig. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen muss auf einen Bewerber entfallen. Außerdem gilt: Die Stimmen eines Verbandes müssen geschlossen abgegeben werden. Eine Aufteilung der Stimmen eines Verbandes ist nicht zulässig.

Wie geht es mit der Olympiabewerbung weiter?

Der aktuelle Bewerbungsprozess ist eine nationale Aufgabe. Es geht dabei nicht nur um die Frage „Wo?“, sondern vor allem darum, wie wir Deutschland vor, während und nach den Spielen fit für die Zukunft machen können. Die Spiele sind die Bewegung, die Deutschland jetzt braucht. Am 26. September entscheidet sich, welcher Kandidat für unser Land ins Rennen geht. Im Anschluss wird es darum gehen, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen. Aufgabe des DOSB wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Legacy der Bewerbung im gesamten Land wirkt und das aktuelle Momentum erhalten bleibt. Die Begeisterung für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele soll dabei über den gesamten weiteren Prozess hinweg spürbar bleiben.

Mit dem IOC befindet sich der DOSB seit November 2025 im Continuous Dialogue. Auf den Continuous Dialogue folgt der Strategic Dialogue. Diese strategische Dialogphase soll im Rahmen der Vergabe der Spiele 2036 erstmals im März 2027 beginnen und den Austausch zwischen dem IOC und interessierten Bewerbern weiter vertiefen, auch um eine möglichst hohe Passfähigkeit mit den IOC-Zielen zu schaffen. Ende 2028 soll dann der Targeted Dialogue mit einem oder mehreren Bewerbern eröffnet werden. Die Entscheidung über den Ausrichter für 2036 soll im Sommer 2029 fallen.

 


 

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