5 Ringe - 5 Fragen mit Esther Sedlaczek
„Das sind Chancen, die eine Gesellschaft nutzen sollte.“
Esther Sedlaczek moderiert seit mehreren Jahren die großen Sportevents für die ARD Sportschau. Am Samstag wird sie die Verkündung des deutschen Bewerbers um die Olympischen und Paralympischen Spiele, live in der ARD moderieren. Wir haben mit der Moderatorin gesprochen über große Sportmomente, die deutsche Olympiabewerbung.
Esther, du hast als Sportjournalistin schon viele große Sportmomente erlebt. Gibt es einen Sportmoment, der dich bis heute besonders bewegt oder geprägt hat?
Für mich gibt es gar nicht den einen Moment. Es ist vielmehr eine besondere Atmosphäre, die ich bis heute in Erinnerung behalten habe: die der European Championships 2022. Dieses Event war eine Premiere für mich, da es mein erstes Multisportevent als Moderatorin war. Und das noch in München, im eigenen Land, in meiner Heimat.
Am kommenden Samstag führst du durch die Sendung, in der bekannt wird, mit welcher Region Deutschland ins internationale Rennen um die Olympischen und Paralympischen Spiele geht. Wie bereitest du dich auf einen solchen Tag vor und worauf freust du dich am meisten?
Es stehen noch zwei Bewerberstädte bzw. -regionen zur Wahl. Als Moderatorin setze ich mich selbstverständlich mit den einzelnen Regionen auseinander. Dazu gehören ihre Konzepte und auch die Stimmung, die vor Ort herrscht. Ich persönlich lebe in München, da erlebe ich natürlich auch wahnsinnig viel mit. Dennoch wird es auch für mich ein spannender Moment am Samstag. Die Chance, Olympische und Paralympische Spiele hier in Deutschland selbst mitzuerleben, ist auch für mich etwas ganz Besonderes. Insofern wird es für mich so oder so nicht nur ein reiner Moderationsjob sein, sondern auch ein Ereignis, das mich emotional mitnimmt. Ich hätte wahnsinnig Freude daran, die Spiele hier zu erleben – egal in welcher Region, Hauptsache hier in Deutschland.
Deutschland möchte die Olympischen und Paralympischen Spiele zurückholen. Welches Signal könnte eine erfolgreiche Bewerbung aus deiner Sicht an die Menschen im Land senden?
Deutschland hat die Möglichkeit, sich wieder als weltoffenes und auch verbindendes Land darzustellen. Olympische und Paralympische Spiele können Menschen zusammenbringen und dabei etwas Einzigartiges schaffen, was den Menschen über Jahrzehnte in Erinnerung bleiben kann. Deswegen finde ich es so wichtig und würde es mich so freuen, wenn Deutschland diese Chance bekommt. Es geht dabei nicht nur um ein Signal, das man sendet, sondern auch darum, etwas Nachhaltiges zu schaffen. Gerade wenn wir auf 2036, 2040 und 2044 blicken, wären Spiele in Deutschland eine Chance für die junge Generation, die jetzt gerade sportlich aktiv ist.
Du sprichst regelmäßig mit Spitzensportlerinnen und -sportlern und hast dich auch intensiv mit Themen wie mentaler Gesundheit beschäftigt. Welche Bedeutung haben Olympische und Paralympische Spiele für Athletinnen und Athleten – auch als Zukunftsziel?
Die Spiele sind ein wahnsinnig wichtiges Ereignis für Athletinnen und Athleten. Zum einen sind sie für viele von ihnen eine Bühne, die sie nur alle vier Jahre haben. Sie können sich präsentieren und für jeden sichtbar ihre großen Erfolge feiern. Dabei sollte man nicht nur auf Medaillen schauen, finde ich. Eine Medaille wünsche ich natürlich jedem Athleten und jeder Athletin. Man darf dabei die Geschichten hinter den Menschen nicht vergessen. Die vier Jahre, in denen sie auf die Olympischen und Paralympischen Spiele hinarbeiten, sind so intensiv. Das verlangt diesen Athletinnen und Athleten so viel ab. Auf der Olympischen und Paralympischen Bühne unabhängig von dem persönlichen Erfolg zu zeigen, was sie können, ist einfach was ganz Besonderes.
Sollte Deutschland tatsächlich wieder Olympische und Paralympische Spiele ausrichten: Welchen Moment würdest du als Zuschauerin oder Sportjournalistin unbedingt live erleben wollen?
Ich spreche natürlich auch aus deutscher Sicht, weil man diesen Athletinnen und Athleten selbstverständlich besonders die Daumen drückt. Es ist etwas Besonderes, diese Menschen zu sehen, die man vielleicht auch schon lange auf ihrem Weg begleitet hat, wie sie dort ihre großen Momente erleben und ihren Erfolg feiern. Dieses Mitfiebern und das gemeinsame Feiern. Ich habe diesen Druck nie selbst erlebt und kann ihn daher nur erahnen. Durch die Nähe aufgrund meiner Arbeit kann ich dennoch mitfühlen, das bewegt einen immer.
So war das auch bei den Olympischen Winterspielen im vergangenen Winter. Ich habe einige Athletinnen und Athleten ein kleines Stück dahin begleitet, intensive Gespräche mit ihnen geführt. So habe ich mitbekommen, was alles dazugehört. Vor dem Studio-Fernseher sitzend habe ich mitgefiebert und mich über jeden einzelnen Moment gefreut. Da gehe ich auch ans Limit – aber das gehört dazu und ist auch das Schöne.







